April: Sie zählt zu den weltweit ungewöhnlichsten Vogelarten……

kann 1,5 m tief und bis zu 20 m weit tauchen. Die Wasseramsel, der einzig heimische Singvogel, der schwimmen und tauchen kann. Sie ist der perfekte Unterwasserjäger und deshalb stark an Gewässer gebunden. Die Wasseramsel liebt schnell fließende Flüsse und Bäche mit kaltem, klarem Wasser, Kies und Felsbrocken auf dem Grund. Sie ist nur an Gebirgsbächen zu finden, mit guter Wasserqualität, deshalb gilt sie auch als ein sensibler Bioindikator aus der Vogelwelt. Sie besitzt zwar keine Schwimmflossen, rudert aber dafür mit ihren kurzen Flügeln und kann auf diese weise ziemlich geschickt unter Wasser schwimmen. Damit sie nicht abgetrieben wird, stellt sie sich schräg zur Strömung, so dass diese ihren Körper leicht unter Wasser drückt. Dann kann sie mit ihren kräftigen Beinen sogar unter Wasser laufen.

Auf die Wasseramsel wurde ich aufmerksam, als ich versucht habe den Fischreiher zu fotografieren. Ich saß schon einige Zeit am Bach und wartete auf den Reiher, als ich im Augenwinkel etwas weißes vorbei fliegen sah. Neugierig versuchte ich den Vogel ausfindig zu machen. Da war sie, die Wasseramsel, mit leuchtend weißer Brust saß sie auf einem Stein und trällerte hingebungsvoll ihr Lied. Immer wieder flog sie dicht über der Wasseroberfläche, stürzte sich  kopfüber ins Wasser  und schoss dann wie ein Korken wieder aus dem Wasser, um sofort wieder weiter zu fliegen.

Ich beobachtete sie eine Weile und war fasziniert von dem tauchenden Vogel. Voller Neid musste ich feststellen, die Wasseramsel kann besser tauchen als ich 🙁 sie ist gerade mal 18 cm groß und kann das 3,5 fache ihrer Körperlänge tauchen. Wenn ich das auf meine Körpergröße umrechne müsste ich 13,5 m tauchen, vergiss es. Ich erblasse vor Neid.

Immer wenn mein Weg in der nächsten Zeit an einem Bach vorbei führte, wanderten meine Blicke über die Wasseroberfläche und ich hoffte eine Wasseramsel zu sehen. Ab und zu sah ich eine vorbeihuschen oder konnte ihrem Gesang lauschen. Irgendwann fasste ich den Entschluss sie zu fotografieren. Etwas abgelegen an einem Bach in meiner Nähe, da wollte ich mein Glück versuchen. So vergingen die Wochen in denen mein Ziel immer wieder mit Fotoausrüstung und Tarnzelt bewaffnet der nahe gelegene Bach war. Ich hatte gelesen, das die Wasseramsel ein Revier von 500- 1000 m für sich beansprucht. So konzentrierte ich mich auf meine nähere Umgebung. Ihren kurzen scharfen Ruf “ Zirk- Zirk“ durchdringt sogar das Wasserrauschen und ich konnte so die Richtung erahnen aus der sie geflogen kam. Dicht über die Wasseroberfläche fliegend suchte sie ihr Revier nach Nahrung ab. Schon bald konnte ich feststellen, das sie ihre Lieblingsstellen hat, an denen sie auf Futtersuche ging und danach landete sie auch meist auf dem gleichen Stein um ihr Gefieder zu pflegen. Das war natürlich super für mich, so musste ich nur geduldig warten. Durch ihr zuverlässigem Verhalten gelang es mir die Wasseramsel in aller Ruhe zu beobachten und zu fotografieren.

Meist war ich am frühen Morgen schon an der besagten Stelle, durch die tief stehende Sonne hatte ich am Vormittag perfektes Licht. Das Wasser leuchtete dann kurze Zeit golden und wenn ich Glück hatte war die Wasseramsel zur Zusammenarbeit bereit 🙂 das war dann der perfekter Vormittag. Auch wenn ich manchmal stundenlang auf diesen Moment warten musste und mir dabei nicht nur die Füße einfroren, hat es sich trotzdem jedes mal gelohntes.

Der Morgen war noch eisig kalt, trozdem zog es mich in regelmäßigen Abständen immer wieder an den Bach.  Über die Wintermonate ist die Wasseramsel alleine, nur zur Brutzeit mögen sie Gesellschaft und leben dann mit ihrem Partner zusammen. Die Balz der Wasseramsel beginnt sehr früh im Jahr. Dann hört man ihr Rufen und Gesang schon von weitem. Während der Balz hüpft (knickst) und fliegt das Männchen um das Weibchen herum, ruft und stellt dabei seine weiße Brust zur Schau. Das Männchen übergibt während der Balz auch Brautgeschenke. Nachdem zu Beginn des Jahres die Wasseramsel noch alleine auf Streifzüge war, gesellte sich Anfang März noch ein Vogel dazu und ich konnte sie gemeinsam über die Wasseroberfläche flitzen sehen. Die Balz hat begonnen.

Leider konnte ich sie wärend der Paarungszeit nicht mehr fotografieren, sie hatten sich an einer nicht zugänglichen Bachstelle zurückgezogen. Sie wollten bestimmt alleine sein, kann ich schon verstehen 😉

Ich werde in ein paar Wochen  wieder nach ihnen schauen, vielleicht kann ich da ja die Jungvögel sehen, wer weiß, es bleibt spannend.

(Weitere Bilder auf meiner Website)

 

Leider habe ich bei meinen Streifzügen nicht nur schöne Dinge gesehen. Ich war sehr erschrocken wie verschmutzt die Bachufer sind. Kaum ein paar Meter auf denen nicht Plastikflaschen, Plastiktüten oder irgend ein anderer Müll zu finden war. Ich hatte gelesen, das die Wasseramsel sehr reviertreu ist, sie wohnt also schon lange in dieser Gegend. Wir werfen unseren Müll also in das Wohnzimmer von Herrn und Frau Wasseramsel. Und nicht nur dort!

Wir entsorgen unseren Abfall in das Kinderzimmer von Mama Reh und ihrem Kitz. Wir vermüllen die Stube von Familie Igel. Wir lagern unseren Schrott im Wald bei Großfamilie Wildschwein. Wir zerstören den Ort wo sich Fuchs und Hase treffen. Was sind wir für Lebewesen? Vermüllt nicht die Kinderstube von Bambi und Klopfer. Auch wir wollen eine saubere Umgebung. Auch wir wollen nicht, das Fremde ihren Müll in unserem Vorgarten entsorgen. Hebt Euren Müll auf!

Was mich betrifft, so bin ich der Meinung, auch die Natur bittet um Hilfe. Ich weiß, dass immer mehr Tiere und Pflanzen auf die rote Liste kommen. Die Natur: die Wälder, Felder, Wiesen, Flüsse, Seen brauchen auch unsere Hilfe. Ich bin sicher, dass jeder Mensch sich mit dem Umweltschutz beschäftigen muss. Ich versuche auch unsere Umweltsituation zu verbessern. Ich trenne unseren Müll, ich Pflanze Blumen und Bäume, werfe keinen Müll auf die Straße. Bei meinen Streifzügen durch die Natur sammle ich den Müll auf, den ich finde und vor allem hinterlasse ich keinen.

 

Über Kommentare würde ich mich freuen 🙂

 

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